Ich arbeite an folgenden Themen - These are the themes I'm currently working on

Gerne gebe ich genauere Auskunft zum Stand meiner Forschung dazu. - I'm happy to tell you more on my research on request.

Vom männlichen Normalarbeitsverhältnis zu weiblicher Vielfalt der Erwerbsformen? - From male standard employment relations to female pluralism in employment relationships?
Das Normalarbeitsverhältnis - Vollzeit, unbefristet und sozialversichert - ist zwar immer noch vorherrschend in Deutschland, aber nicht mehr so normal. Im Gegenzug sind die "atypischen" Beschäftigungen (befristet, Teilzeit, geringfügig, Solo-selbstständig) nicht so selten, sondern haben einen festen Platz unter den Beschäftigungsformen. Damit einher geht eine stärkere Beteiligung von Frauen und älteren Personen am Erwerbsleben. Zugleich haben sich die Haushaltsstrukturen bzw. Verdienermodelle weg vom Modell des (männlichen) Familien-ernährers hin zu Doppelverdienermodellen hin entwickelt unter Abnahme des Anteils an Mehrpersonenhaushalten (vgl. link). Ist mit den vielfältigen Erwerbsformen eine individuelle Absicherung möglich und gewollt?

The standard employment relationship (fulltime, permanent and with social benefits) is still dominant in Germany, but not so standard any more. Conversely, atypical employment (temporary, part-time, minimum jobs and self-employed) is widespread. Increasing participation of women and older people comes along with the spread of "atypical" employment. At the same time housholds no longer rely on the male breadwinner model but implement various dual earner models while the number of households with two or more members decreases. Is individual social security warrented by these new employment relations?

Soziale Investitionen aus Sicht des Capability Ansatzes – Social Investments from a Capability Perspective

Die Europäische Union hat 2013 ein Paket für Sozialinvestitionen verabschiedet, um „in Menschen“ und „ihre Fähigkeiten“ zu investieren. In der Tat markiert diese Neuausrichtung eine Abwendung von der korrigierenden Sozialpolitik hin zu einer gestaltenden, die – wenn es gut läuft – Möglichkeiten im Sinne des Capability Ansatzes eröffnet. Unklar ist jedoch, wann eine Sozialinvestition sich „rechnet“: Wenn die Menschen fit für die Wirtschaft sind oder die Wirtschaft fit für die Menschen ist? Das Projekt RE-InVEST (und hier) untersucht das Paket für Sozialinvestitionen aus Sicht von Menschenrechten und Capability Ansatz.

The European Union has launched in 2013 the Social Investment Package (SIP) in order to “invest in people” and “their capacities”. The SIP paradigm marks indeed a shift in social policy from remedying to shaping and enhancing capabilities – if done well. However, it remains to be seen how the return to social investment is calculated: people fit for the economy or the economy fit for people? The project RE-InVEST (and here) looks at the SIP from a human rights and capability perspective.

Kindheit, Chancengleichheit und Capability Ansatz – Childhood, Equality of Opportunity and the Capability Approach

Chancengleichheitsansätze gehören zu den wenigen Gerechtigkeitstheorien, die auf die Kindheit Bezug nehmen – wenn auch nur als Phase zur Herstellung von Chancengleichheit. Der Capability Ansatz (CA) wird manchmal zu den Chancengleichheitsansätzen gezählt. Im Gegensatz zu anderen Chancengleichheitstheorien geht der CA jedoch nicht von einer Hierarchie von Positionen aus, sondern strebt gleiche Chancengleichheit in Bezug auf die Möglichkeit an, ein Leben zu führen, das man aus guten Gründen wertschätzt. Was folgt daraus? Ist der Capability- ein Chancengleichheitsansatz? Genügt ein Moment der Chancengleichheit oder muss sie fortwähren neu justiert werden? Was bedeutet das für die Rolle der Kindheit?

Equality of Opportunity (EOp) approaches belong to the few theories of justice that are concerned with childhood – if only in an instrumental way as the period for establishing EOp. The capability approach (CA) is sometimes called an EOp approach. In contrast to other such approach the CA does not rely on the assumption of a hierarchy of desirable positions but strives at leading a life one values and has reason to value. What follows from that? Is the CA an EOp approach? Is one moment of EOp sufficient or is continuous readjustment of EOp needed? What is the role of childhood?

Nachhaltiger Konsum als Verwirklichungschance - sustainable consumption in capability perspective

Mit seiner individualistischen Ausrichtung lädt der Capability Ansatz dazu ein, nicht nur das Ziel der Nachhaltigkeit im Wohlergehen von Individuen zu sehen, sondern auch nach dem Beitrag von Individuen zur Nachhaltigkeit zu fragen. Nachhaltiger Konsum ist eine Möglichkeit für Individuen zur Nachhaltigkeit beizutragen. Im Rahmen eines Teilprojekts zum Dritten Bericht zu sozio-ökonomischen Entwicklung in Deutschland (www.soeb.de) untersuchen wir, inwiefern diese Form der Teilhabe allen offen steht.

When sustainable development (SD) is seen through the lens of the capability approach, the focus is on the individual. This concerns both the end of SD as individual well-being and the means to SD in terms of individual contributions. One obvious way of contributing to SD for individuals is sustainable consumption. We investigate whether this way of taking part in society's endeavour to secure SD is open to all in a subproject of the third report on socio-economic development in Germany (www.soeb.de, in German only).

Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit - sustainability and justice

Nachhaltigkeit in einem weiten Sinne besteht darin, nachfolgenden Generationen ebenso wie der jetzigen Generation die Möglichkeit zu sichern, ihre Bedürfnisse zu befriedigen (siehe Brundtland-Bericht). Der Diskussion um einen solchen breiten Nachhaltigkeitsbegriff fehlt bislang jedoch eine konzeptionelle Grundlage. Der Capability-Ansatz bietet sich dafür an, wurde allerdings noch kaum in diesem Zusammenhang genutzt. Das Projekt GeNECA (Gerechte Nachhaltige Entwicklung auf der Grundlage des Capability Ansatzes) erarbeitet eine solche Konzeption, operationalisiert sie in Form von Indikatoren und überprüft ihre Tragfähigkeit in Fallstudien. 

Sustainability in a broad sense means to enable future as well as the current generation to satisfy their needs (Brundtland-report). However, on the one hand side the theoretical foundation of such a broad understanding of sustainability is still lacking. On the other hand side the capability approach could lend itself for this task but hasn't been  used much in this context. The project GeNECA conceptualizes fair sustainable development on the basis of the Capability Approach and tests the conception in two ways: First a set of indicators for sustainable human development is proposed and second the conception is used in case studies of political decision processes.

Kinderarmut aus Sicht des Capability Ansatzes – Child Poverty in a Capability Perspective

Die alarmierenden Zahlen zur Kinderarmut beziehen sich meist auf den Anteil von Kindern, die in einkommensarmen Haushalten leben. Stattdessen wäre es interessanter, zu erfahren, wie Kinder leben. Der Capability Ansatz fragt, was Menschen tun und sind, was sie tun und sein können. Kindern jedoch schreibt er dieses Potential nur für die Zukunft als Erwachsene zu. Insofern bietet sich der CA einerseits als Ansatz zur direkten Armutsmessung bei Kindern an, andererseits muss er auf die Situation von Kindern angepasst werden.

Child poverty is mostly measured as the share of children living in income-poor households. It would be far more interesting to know how children live. The Capability Approach looks at the doings and beings of people (their functionings) and what they can do and be (their capabilities). However, the CA suggests focusing on functionings in the case of children. Thus, the CA lends itself to measuring child poverty in so far as it looks directly at their lives, but it has to be amended in order to be really applicable to children.

Arbeit und das gute Leben – Work and the Good Life

Leben wir, um zu arbeiten, oder arbeiten wir, um zu leben? Arbeit ist ein Teil unseres Lebens, der oft nur unzureichend erfasst ist. Viele Arbeiten werden nicht als solche gezählt, weil sie nicht bezahlt werden (Haushaltsführung, Kinderbetreuung, ehrenamtliche Tätigkeiten). In der traditionellen Wohlfahrtsökonomie ist Arbeit vor allem eine Last, welche die Wohlfahrt des Einzelnen beeinträchtigt. Im Capability Ansatz lässt sich Arbeit als konstitutiver Bestandteil des guten Lebens fassen, der im Zusammenspiel mit anderen Lebensumständen das Wohlergehen beeinflusst. Siehe link und link.

What is the relationship between life and work? Work is a part of our life that receives only partial recognition. Some types of work are not counted as such since they are not paid (housekeeping, care, voluntary work). Traditional welfare economics views work first of all as a burden with a negative impact on individual welfare. The Capability Approach allows us to define work as constitutive for a good life. Working affects our well-being in combination with other functionings. (link)


Dynamik von Verwirklichungschancen - dynamics of capabilities

Der Capability-Ansatz von Sen in seiner aktuellen Fassung verwendet ein komparativ-statisches Modell, stellt aber zugleich die Wahlfreiheit  von Personen - und damit einen Prozess - in den Mittelpunkt. Das Modell wird dem Prozesscharakter von Entscheidungen nicht gerecht und ist auf die Betrachtung des Wahlverhaltens zu einem Zeitpunkt beschränkt. Durch die Verknüpfung der Auswahl von heute mit den Wahlmöglichkeiten von morgen lässt sich diese Spannung auflösen. Die Fähigkeit auszuwählen wird in einem dynamischen Ansatz der Verwirklichungschancen nicht einfach als gegeben vorausgesetzt, sondern ihre Entstehung analysiert.

Sen's capability approach in its current version is essentially static. In contrast to its static nature the approach emphasises  the process-character of freedom of choice. The modell stops short of linking current choices (from a capability set) to future options (future capability sets). However, drawing this intertemporal link  between today's choice and tomorrow's capability set allows to analyse how people learn to choose (instead of taking this ability for granted).

Zum Zusammenspiel der Dimensionen bei multidimensionalen Armutsmaßen - on the interplay of dimensions in multidimensional poverty measures

Armutsmessung umfasst im Allgemeinen zwei Schritte: die Identifikation der Armen anhand einer Armutsgrenze und die Auswahl eines Armutsmaßes, das die Armut in einer Gesellschaft zusammenfasst. Bei multidimensionaler Armutsmaßen müssen zusätzlich die Dimensionen zusammengefasst werden. Dies ist allerdings kein eigenständiger dritter Schritt, sondern wirkt sich auch auf die Identifikation der Armen aus: Reicht die Benachteiligung in einer Dimension aus, um zu den Armen zu zählen, oder bedarf es der multiplen Benachteiligung in allen Dimensionen? Während in der Praxis einiges für den Mittelweg spricht (Benachteiligung in mehr als einer aber weniger als allen Dimensionen), stellt sich theoretisch die Frage, ob multiple Benachteiligung tatsächlich schlimmere Armut bedeutet als die Benachteiligung in nur einer Dimension.

Poverty measurement usually comprises two steps: identification of the poor with the help of a poverty line and aggregation of individual poverty with the help of a poverty measure. Multidimensionality adds the task of aggregating poverty across dimensions. This is, however, not a step of its own, but rather intermingles with the task of identifying the poor. Are only those to be counted as poor whose achievements are below the poverty lines in all dimensions? Or should we consider everybody as poor who fails in at least one dimension? Counting deprivations instead looks like a good compromise and has many merits in pratical applications. But whether poverty really aggravates with each added deprivation is an open theoretical question. 

Erfassung individueller Verwirklichungschancen - assessing individual capability

Die meisten empirischen Studien zum Capability-Ansatz verwenden Daten, die in einem anderen Zusammenhang erhoben wurden. Der Frage, wie sich Verwirklichungschancen erfassen lassen, widmen sich erst wenige Studien. Für quantitative Primärstudien ist es nötig, Fragen auszusuchen, auszuprobieren und ihre Tauglichkeit zu überprüfen. In qualitativen Studien muss der Blick ausgeweitet werden auf die Frage des Handlungsspielraums. Zudem fragt sich, welche Lebensaußerungen neben sprachlichen in die Analyse einbezogen werden können und sollen.

Most empirical studies that apply  the capability approach use secondary data. There are only a few studies that try to assess a person's capability. There is much work to be done concerning which questions evoke best information on capabilities. Further, qualitative empirical studies may be helpful in this endeavour as well. Finally, relevant  information may not always take the form of language.